Die Partnerschaft zwischen Rosendahl und Entrammes/Forcé/Parné sur Roc

Die Geschichte seit 1970

Miteinander verbunden sind Rosendahl und das französischen Entrammes bereits seit 1815: Damals löste ein Emigrant aus dem Darfelder Trappistenkloster sein Versprechen ein und gründete gemeinsam mit vier weiteren Mönchen in dem kleinen Ort im Département Mayenne das erste französische Kloster nach dem Ende der napoleonischen Verfolgung – das MAISON-DIEU DE NOTRE DAME DU PORT DU SALUT („Kloster Unserer Lieben Frau zum Hafen des Heils“).

Der Elysée-Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit vom 22. Januar 1963 und die wachsende Freundschaft zwischen beiden Ländern ebneten den Weg für die Partnerschaft zwischen Rosendahl und Entrammes, einem ländlich geprägten Ort mit etwa 2000 Einwohnern. 1969 bemühten sich beide Orte aufgrund der historischen Verbindung um eine Partnerschaft – stark unterstützt von den Entrammer Mönchen. Bereits am 4. Oktober 1970 fand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde auf Schloss Darfeld statt. Trotz der großen Entfernung von 900 Kilometern entstanden sehr schnell Kontakte und Freundschaften zwischen den Bewohnern der beiden Orte, die bis zum heutigen Tag andauern. Sichtbares Zeichen dieser Verbindung sind seit den 1970er Jahren die Straßennamen „Straße von Entrammes“ und „Rue de Rosendahl“.

Yves de Poulpiquet (links) und Alfons Hullerum (rechts)
unterschreiben die Partnerschaftsurkunde auf Schloss Darfeld

Das 25-jährige Jubiläum ihrer Partnerschaft feierten die beiden Gemeinden vom 29. September bis zum 3. Oktober 1995 in Entrammes. Mit dabei waren auch viele Familien aus den Nachbarorten Forcé und Parné sur Roc, die in den Jahren zuvor verstärkt an den gemeinschaftlichen Begegnungen teilgenommen hatten. Beide Ortschaften erklärten daher am 30. September 1995 ihren offiziellen Beitritt zur Partnerschaft. Auch diese Verbindung spiegelt sich in Straßen- und Platznamen wie der „Straße von Parné“ in Darfeld, der „Straße von Forcé“ in Holtwick, dem  „Square de Rosendahl“ in Parné sur Roc und dem „Jardin de Rosendahl“ in Forcé wider.

Fester Bestandteil der Partnerschaft ist ein regelmäßiger Jugendaustausch. Jugendliche der französischen Partnergemeinden schufen sogar mit ihren Altersgenossen der ehemaligen Hauptschule Rosendahl das bis heute gültige Logo der Partnerschaft.

 

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Nachbildung der Glocke "Antonia"

Zeitungsartikel des 25-jährigen Jubiläum, die die damalige Freude an der Partnerschaft wiederspiegeln. Durch Klicken auf die Bilder kann das gesamte Bild angezeigt werden.

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1984 errichtete das Partnerschaftskomitee in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rosendahl diese Erinnerungsstätte an die wechselvolle Geschichte des Darfelder Trappistenklosters. Zuvor erinnerte bereits ein Kreuz auf der angrenzenden Wiese an die Klostergemeinschaft, das hier einen neuen Platz fand.

Zum 40-jährigen Jubiläum 2010 schenkte der Partnerschaftsverein Rosendahl dem Entrammer Kloster eine Nachbildung der Glocke „Antonia“ aus dem ehemaligen Kloster, die wie das Original von der Glockengießerei „Petit & Edelbrock“ im benachbarten Gescher gegossen wurde. Sie hängt heute im Glockenturm der Abteikirche in Entrammes. Die Originalglocke befindet sich im Trappistinnenkloster Baumgarten im Elsass.

Am 21. Februar 2015 feierten mehr als 300 Trappisten in Entrammes das „Bicentenaire“, den 200. Jahrestag der Klostergründung nach der Rückkehr aus Darfeld. Vertreter beider Partnerschaftsvereine sowie die Rosendahler Geistlichen waren als Ehrengäste in der „Abbaye Notre Dame du Port du Salut“ dabei. Auch beim „Bicentenaire“ der Trappistinnen der Abtei „La Coudre“ in Laval am 6. Juni 2016 war eine große Delegation der deutsch-französischen Partnerschaft zu Gast.

Eine Informationstafel zur Geschichte der Partnerschaft ist seit Mai 2019 im Eingangsbereich des Entrammer Klosters zu sehen. 2022 wollen Rosendahl und Entrammes, Forcé und Parné sur Roc das 50. Jubiläum ihrer Partnerschaft, das aufgrund der COVID-19-Pandemie verschoben werden musste, mit einer großen Feier nachholen.

Die Trappisten von Entrammes sind sich ihrer Darfelder Wurzeln sehr bewusst und verspüren eine große Dankbarkeit, da ihr Kloster ohne die Darfelder Niederlassung möglicherweise nicht existieren würde. Die jährlichen Begegnungen sind von großer Herzlichkeit und Freundschaft geprägt. Wie tief die Verbindung ist, wird nirgendwo deutlicher als beim gemeinsamen Singen des Liedes „Main dans la Main“ im Gottesdienst – Hand in Hand.

Zur Erinnerung an die historische Geschichte errichtete der Partnerschaftsverein im Jahre 2021 an der Gedenkstätte eine verkleinerte Nachbildung des Entrammer Kloster-Torbogens und baute die Anlage mit QR-Codes für Hörgeschichten und Filmbeiträgen zu einem neuzeitlichen Geschichts- und Lernort aus.

Das Rosendahler Kreuz heute:
Hier stand vor über 200 Jahren eine bedeutsame Klosteranlage. Auf den seit 1984 nach und nach aufgestellten Infotafeln kann die Geschichte der französischen Mönche aus La Trappe nachgelesen werden.

Die Gemeinde Rosendahl mit den Dörfern Darfeld-Holtwick-Osterwick

Die heutige Gemeinde Rosendahl im Norden des Kreises Coesfeld besteht seit dem 1. Januar 1975. Im Zuge der Kommunalen Neugliederung des Landes Nordrhein-Westfalen hatten sich zunächst Darfeld und Osterwick 1969 zur Gemeinde Rosendahl zusammengeschlossen, bevor sich sechs Jahre später Holtwick anschloss.

Der Name „rosendael“ bezeichnete einst eine zwischen den Orten Darfeld und Osterwick im Gebiet des ehemaligen Klosters gelegene Allmende, einer gemeinsam genutzten Fläche, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts als „Rosenthal“ im Zuge der Markenteilungen aufgelöst wurde. Wahrscheinlich war das in einer leichten Niederung (dael/dahl/Tal) gelegene Weideland reich mit Heckenrosen bewachsen.

Mit dem neuen Namen „Rosendahl“ wollten die drei ehemals selbstständigen Gemeinden vor allem eins ausdrücken: Dass sie von nun an eine Gemeinschaft bilden.

Weitere Informationen zur Gemeinde und ihren Sehenswürdigkeiten unter www.rosendahl.de.